Schulprogramm

 

Gliederung                                                                                                                        

  1. Unser Leitbild                         
  2. Unser Schulleben 
  3. Zusammenarbeit Elternhaus und Schule 
  4. Schulordnung 
  5. Profil des katholischen Teilstandortes 
  6. Unterricht
  7. Inklusion – Gemeinsames Lernen 
  8. Leistungskonzept 
  9. Methodenkonzept 
  10. Sozialpädagogische Aufgaben 
  11. Schulsozialarbeit 
  12. Kooperation KiTa – Schule 
  13. Offene Ganztagsschule (OGS) 
  14. Betreuung 8 – 13 
  15. Schülerparlament und Klassenrat 
  16. Konfliktprävention - Konfliktlösung 

Wenn wir von Eltern sprechen, meinen wir damit immer auch Erziehungsberechtigte- und Sorgeberechtigte. Schülerinnen und Schüler haben wir teilweise mit SuS abgekürzt, sprechen auch teilweise nur von Schülern – meinen aber Mädchen und Jungen.

 

1.        Unser Leitbild

Wertschätzung leben

Unter einem Dach sind wir eine Schule für ALLE – für jede Nationalität, Religion, Kultur und Besonderheit, in der wir uns gegenseitig wertschätzen, respektieren und unterstützen.

 

2.        Unser Schulleben

Vielfältig und intensiv

Unsere Schule lebt durch ein vielfältiges und intensives Miteinander. Dies erreichen wir durch

  • Feste und Feiern
  • Rituale und feste Angebote
  • die Würdigung von Leistungen
  • die Schülermitbestimmung
  • unsere Kooperationen
  • den Besuch außerschulischer Lernorte

Feste und Feiern

Feste und Feiern sind in unserem Schulleben fest verankert und strukturieren so den Schuljahreslauf. Dazu gehören unter anderem:

  • Adventssingen
  • Einschulung
  • Gottesdienste
  • Klassenfeste
  • Martin
  • Tag der offenen Tür
  • Weiberfastnacht
  • Weihnachtsaufführung
  • Verabschiedung

Rituale/feste Angebote

Rituale und feste Angebote erweitern und bereichern unseren Schulalltag. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Arbeitsgemeinschaften (Kl. 3 und 4)
  • Esperanza (Kl. 4)
  • Fahrradprüfung (Kl. 4)
  • Klassenpaten (Kl. 1 und 2)
  • Monatssingen J
  • Tu was – Projekt (MINT)
  • Projektwoche
  • Schulobst (europäisches Schulobstprogramm)
  • Tag des Buches (Lesekino / Vorlesewettbewerb) J

Würdigung von Leistungen

Weiter ist es uns wichtig, besondere Leistungen elner Schüler oder Schülergruppen in einem geeigneten Rahmen zu würdigen:

  • Sportveranstaltungen
  • Mal-Wettbewerb
  • Mathe-Wettbewerb
  • Sponsorenlauf
  • Talent-Tag J
  • Vorlesewettbewerb J
  • Geschichten-Wettbewerb J

Schülermitbestimmung

Unter dem Aspekt der demokratischen Erziehung bieten wir den Schülern an, ihre Mitbestimmung und soziale Kompetenzen zu erproben. Dies geschieht unter anderem durch:

  • Klassensprecher
  • „No blame approach“ (Anti-Mobbing-Programm)
  • Schülerparlament
  • Spielzeugausleihe
  • Streitschlichter
  • Toiletten- und Hofdienst
  • Schulsanitäter

Kooperationen

Zur Umsetzung unserer pädagogischen Ziele freuen wir uns mit verschiedenen Paten und Einrichtungen kooperieren zu können. Dies sind zum Beispiel:

  • Eltern (Elternsprechzeiten, …)
  • Förderverein
  • Kindertagesstätten
  • OGS
  • Schülerbücherei

außerschulische Lernorte

Um unsere Unterrichtsangebote und pädagogischen Zielsetzungen zu bereichern nehmen wir das Angebot außerschulischer Lernorte wahr. Dazu bieten sich unter anderem an:

  • Altenheim
  • Bauernhof
  • Biologische Station Oberberg
  • Freilichtbühne Freudenberg
  • Freilichtmuseum Lindlar
  • Klassenfahrten
  • Metabolon Lindlar J
  • Odysseum Köln J
  • Phänomenta Lüdenscheid J
  • Rollende Waldschule
  • Gemeindeverwaltung
  • Theater
  • Wandertage
  • Zahnarzt / Gesundheitsamt Gummersbach
  • Zoo (Köln, Wuppertal…)

 

3.        Zusammenarbeit Elternhaus und Schule

Respekt und Anerkennung gegenseitig

Die Heier Grundschule legt großen Wert auf eine gute Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule. Diese soll in gegenseitigem Respekt und Anerkennung der jeweiligen Zuständigkeiten und Stärken erfolgen. Basis für die Zusammenarbeit ist eine größtmögliche Transparenz bezüglich geplanter Lerninhalte, Veranstaltungen sowie erforderlicher pädagogisch-didaktischer Entscheidungen durch die Lehrerinnen und Lehrer.

Die Kommunikationswege sind folgendermaßen organisiert:

Elternabende

Am Anfang des Schuljahres findet in allen Klassen ein Elternabend statt, im Rahmen dessen die Elternvertreter für die Klassen- bzw. Schulpflegschaft gewählt werden. Außerdem werden die Eltern über die geplanten Lerninhalte in den verschiedenen Fächern sowie anderer Lernvorhaben, die im Schuljahr stattfinden, informiert.

Elternsprechtage

Alle Eltern haben die Möglichkeit, sich im Rahmen der zweimal jährlich stattfindenden Elternsprechtage über den Leistungsstand und Förderbedarf ihres Kindes zu informieren (jeweils im Herbst und im Frühjahr). Eine weitere Möglichkeit zu einem Gespräch besteht bei Bedarf nach dem Erhalt des Zeugnisses.

Besondere Situationen im Verlaufe des Schuljahres können es erforderlich machen, dass die unterrichtenden Lehrer/Innen den Kontakt zu den Eltern einzelner Kinder aufnehmen. Dies kann in telefonischer, schriftlicher oder persönlicher Form erfolgen.

Kontaktmöglichkeiten

Diese Kontaktaufnahme findet zum Beispiel statt bei:

  • Unregelmäßigkeiten bei der Erstellung der Hausaufgaben
  • starken Veränderungen im Leistungsverhalten (Leistungsabfall)
  • Probleme bezüglich des Verhaltens
  • Erfordernis von pädagogischen / erzieherischen Absprachen zwischen Elternhaus und Schule

Auch auf Seiten der Eltern kann es erforderlich sein, die Schule über wichtige Dinge, die das Kind und seine Lernentwicklung betreffen, zu informieren. Mitteilungen durch die Eltern an die Schule können in schriftlicher Form (z.B. im HA-Heft) oder im Rahmen der wöchentlichen Lehrersprechstunde erfolgen. Damit keine Wartezeiten entstehen, sollte der Termin etwa eine Woche vorher vereinbart werden.

Willkommens- und Begegnungskultur

Willkommenskultur

Leitbild:
Die Gemeinschaft stärken: Alle Eltern fühlen sich als Teil der Schulgemeinschaft wohl und wertgeschätzt.

In der Schule herrscht eine einladende und freundliche Atmosphäre.

  • Der Empfangsbereich und das Gelände der Schule sind einladend gestaltet, so helfen etwa Wegweiser den Eltern und Schülern bei der Orientierung auf dem Gelände und im Gebäude.
  • In der Schule herrscht ein freundlicher Umgangston.

Die Schulgemeinschaft ist von gegenseitigem Respekt geprägt und schließt alle Beteiligten ein.

  • Die Verständigung unter den Eltern wird gefördert, indem erfahrene Eltern/Elternvertreter als Mentoren neue Eltern begrüßen und sie in die Kultur und Mitwirkungsmöglichkeiten der Schule einführen. Dies wird nach Möglichkeit auch mehrsprachig angeboten (u.a. Tag der offenen Tür, Treff im Forum).
  • Gesprächstermine werden außerhalb der regulären Sprechstunden angeboten, etwa für ganztags arbeitende Eltern.
  • Veranstaltungen der Schule finden zu Terminen statt, die außerhalb der üblichen Arbeitszeit liegen.
  • Mit Rücksicht auf Familien, die an oder unter der Armutsgrenze leben, werden Kosten für Schulveranstaltungen und Ausflüge möglichst niedrig gehalten. Wenn dennoch unangemessene Kosten für solche Familien entstehen, wird ihren Kindern die Teilnahme über Fördervereine oder BuT etc. ermöglicht.

Kommunikation

Leitbild:
Die Eltern und die Lehrkräfte informieren einander regelmäßig über alles, was für die Bildung und Erziehung der Kinder von Bedeutung ist.

Die Schule, Eltern und Elternvertreter pflegen einen regelmäßigen Informationsaustausch und nutzen hierbei vielfältige Kommunikationswege und –formen.

  • Eltern und Schule teilen unaufgefordert alle relevanten Informationen, so dass ein Klima des Vertrauens besteht.
  • Die Schule stellt sicher, dass alle Eltern alle wichtigen Informationen regelmäßig und aktualisiert erreichen. Dabei werden folgende Wege der Informationsübermittlung genutzt:
    • Elternbriefe
    • Elternabende
    • Homepage der Schule
    • Persönliche Gespräche im Rahmen des Elternsprechtages oder der wöchentlich stattfindenden Sprechstunden der Lehrkräfte
    • Telefongespräche
    • Mitteilungen im Hausaufgabenheft
    • Telefonketten durch Eltern (falls dies durch die Klassenpflegschaft beschlossen wurde)
  • Damit auch Eltern mit Migrationshintergrund alle wichtigen Informationen erhalten, wird bei Bedarf ein anderes Elternteil mit der gleichen Muttersprache bestimmt, das durch telefonischen Kontakt beim Verständnis von Elternbriefen, Einladungen etc. behilflich sein kann.

Bei den Übergängen von Grundschule zur weiterführenden Schule findet ein intensiver Austausch zwischen allen Beteiligten statt, um die bestmögliche Förderung jedes Kindes zu gewährleisten.

  • Im zeitlichen Umfeld des Überganges von Grundschule zur weiterführenden Schule werden von der Schule besondere Angebote bereitgestellt:
    • Hospitationen der Lehrkräfte der weiterführenden Schulen am Unterricht der Grundschule
    • Informationsabende für Eltern von Viertklässlern bezüglich der verschiedenen Laufbahnen nach Klasse 4
    • Individuelle Beratungsgespräche mit Eltern der Viertklässler, die zu einer Empfehlung für eine bestimmte Schulform nach Klasse 4 führen, bei der die Eltern einbezogen werden
  • Die Beratungs- und Informationsangebote der Schule, der Kitas und weiterführenden Schulen werden auf den genannten Wegen allen Eltern bekannt gemacht.

Kooperation

Leitbild:
Die Eltern, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler arbeiten gemeinsam am Erziehungs- und Bildungserfolg. Die individuelle Mitbestimmung von Eltern und Schülerinnen und Schüler ist gewährleistet.

Die Eltern können sich auf vielfältige Art und Weise am Schulleben und Unterrichtsgeschehen beteiligen.

  • Es existiert ein klassenübergreifendes Netzwerk freiwilliger Helfer, das alle Eltern einlädt und einbezieht.
  • Eltern können in der Schule ihr Engagement einbringen, z. B. bei der Gestaltung des Empfangs von Neuankömmlingen, bei der Mithilfe der Schulbücherei, Unterrichtshospitationen werden ermöglicht.

Die Eltern begleiten ihre Kinder beim Lernen und vermitteln ihr Interesse an den schulischen Erfahrungen des Kindes.

  • Es findet an Sprechtagen ein regelmäßiger Dialog über die (Lern-) Entwicklung der Kinder statt.
  • Ziele, Maßnahmen und Formen der häuslichen Lernbegleitung und des elterlichen Schulengagements werden zwischen Schule und Elternhaus aufeinander abgestimmt und regelmäßig besprochen.
  • Beispiel: In der Schule werden Vereinbarungen im Hausaufgabenheft festgehalten und regelmäßig von Eltern kontrolliert.
  • Eltern werden beraten bei der häuslichen Förderung ihrer Kinder wie Lernen im Alltag ausgestaltet sein kann. Zudem wird besprochen, wie angemessene Rahmenbedingungen zur Erledigung der Hausaufgaben gestaltet sein können.
  • Es werden gemeinsame Aktivitäten mit Schülern, Eltern und Lehrkräften (Feste, Ausflüge, Sport- und Wandertage, Projekttage etc.) durchgeführt.

Die Eltern und die Schule kennen Angebote externer Akteure und binden diese in den Schulalltag ein.

  • Die Schule informiert über Angebote von kulturellen Einrichtungen und außerschulischen Bildungseinrichtungen.
  • Beispiele: Eltern werden über Angebote von Bibliotheken, Vereinen, Museen, Theatern etc. informiert.
  • Die Schule stellt Eltern über Prospekte die Informationen zur Verfügung über unterschiedliche Angebote, beispielsweise die des Jugendamtes oder der sozialen Dienste.
  • Die Eltern lernen Möglichkeiten der Problembewältigung und Konfliktlösung kennen. Beispiel: Streitschlichtung

Beteiligung

Die kollektive Mitbestimmung und Mitwirkung der Elternschaft ist gewährleistet. Sie werden, sofern erwünscht und praktikabel, in Entscheidungen über das Schulleben und Unterrichtsgeschehen eingebunden. Die Schüler werden angemessen beteiligt.

  • Die Schule stärkt und ermutigt die Elternschaft darin, ihre Beteiligungsmöglichkeiten auszuschöpfen.
  • Entscheidungen und Beteiligungsmöglichkeiten der Elternschaft werden transparent gemacht.
  • Die Eltern beteiligen sich angemessen an schulischen Entscheidungen sowie Schulentwicklungsprozesse und sind in Elterngremien (wie Steuerungsgruppe der Schule, Schulpflegschaft und Schulkonferenz) repräsentativ vertreten.
  • Es finden regelmäßige Gespräche zwischen der Schulleitung und Elternvertretern statt.
  • Die Eltern sind in soziale, politische und externe Netzwerke der Schule eingebunden.
  • Über die Elternschaft werden Kontakte zu ortsansässigen Unternehmen hergestellt.

 

4.        Schulordnung

Die Schulordnung der „Heier Grundschule“ soll für alle Mitglieder der Schulgemeinschaft Klarheit und Verlässlichkeit schaffen.

Grundrechte

  1. Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht auf einen guten Unterricht und die Pflicht, diesen störungsfrei zu ermöglichen.
  2. Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht auf einen störungsfreien Unterricht und die Pflicht, diesen gut zu gestalten.
  3. Jeder muss die Rechte des anderen akzeptieren und seine Pflichten erfüllen.

Als Schüler (in) der Heier Grundschule verpflichte ich mich

  • pünktlich in der Schule zu sein, meine Unterrichtsmaterialien dabei zu haben, sorgfältig damit umzugehen und Ordnung zu halten,
  • die Toiletten nicht als Spielplatz zu benutzen, sie sauber zu halten und die notwendigen Hygienemaßnahmen zu beachten,
  • meine Hausaufgaben regelmäßig anzufertigen und mich an die Klassenregeln zu halten,
  • die Klasse und die Schule sauber zu halten, im Schulgebäude nicht zu laufen, zu toben und zu lärmen,
  • allen Erwachsenen und Mitschülern freundlich, höflich und hilfsbereit zu begegnen und mit ihnen zusammenzuarbeiten,
  • Probleme selber zu lösen, indem ich mich an die Klassenstreithelfer, die Pausenhelfer oder die Streitschlichter wende,
  • auf direktem Weg zur Schule und nach Hause zu gehen und mich im Bus und an den Haltestellen verkehrsgerecht zu verhalten und niemand zu niemanden gefährden,
  • auf dem Schulgelände kein Handy zu benutzen. 

Als Mitarbeiter(in) der Heier Grundschule verpflichte ich mich

  • die Eltern über Fortschritte in den Bereichen Lernen und Verhalten sowie bei Lern- und Verhaltensauffälligkeiten zu unterrichten. Dies geschieht durch wöchentliche Sprechzeiten (nach Anmeldung), Elternsprechtage, Informationsbriefe der Schulleitung, (einheitliches) Mitteilungsheft, Postmappe, Dienst-Email,
  • um 7.30 Uhr im Klassenraum zu sein und pünktlich um 7.45 Uhr mit dem Unterricht zu beginnen,
  • an mindestens zwei Ganztagsfortbildungen des Kollegiums pro Schuljahr teilzunehmen,
  • allen Schülern, Eltern und Mitarbeitern freundlich, höflich und hilfsbereit zu begegnen und mit Ihnen zusammenzuarbeiten,
  • für Eltern ausschließlich über das Mitteilungsheft, Telefon/AB im Sekretariat und über Dienst E-Mail erreichbar zu sein (siehe auch Punkt 1),
  • Eltern mit dem höflichen „Sie“ anzusprechen.

Als Erziehungsberechtigte(r) verpflichte ich mich, mein Kind zu unterstützen, indem ich

  • meinem Kind einen selbstständigen Schulweg ermögliche und spätestens am Schuleingang abgebe,
  • mein Kind regelmäßig und pünktlich mit allen benötigten Unterrichtsmaterialien und einem gesunden Frühstück zur Schule schicke und bei Fehlzeiten unverzüglich die Schule informiere, indem ich bis 7.30 in der Schule anrufe (auch AB),
  • die Gelegenheit zu Gesprächen regelmäßig nutze, verabredete Elternsprechtagstermine wahrnehme und an Elternpflegschafts-sitzungen teilnehme,
  • für die Teilnahme an schulischen Veranstaltungen, wie z. B. (mehrtägige) Klassenfahrten, St. Martin, Tag der offenen Tür, Schulfest, Klassenfest und andere kulturelle Veranstaltungen (s. Schulprogramm) sorge und ggf. selber daran teilnehme,
  • die Schule über alles, was das Lernen oder Verhalten beeinträchtigen könnte, informiere,
  • immer erreichbar bin, eine Notfall-Nummer zur Verfügung stelle und sie aktualisiere,
  • das Konfliktlösungsprogramm der Schule akzeptiere,
  • zu allen Mitarbeitern und Schülern freundlich, höflich und hilfsbereit bin,
  • Lehrer mit höflichem „Sie „ anspreche.

 

5.        Profil des katholischen Teilstandortes

Integraler Bestandteil von Schule

Die religiöse katholische Erziehung ist in Schulleben und Unterricht integriert: Neben dem katholischen Religionsunterricht der gesamten Klasse haben das Morgengebet am Unterrichtsbeginn, Kreuze im Klassenraum, eine Schulwallfahrt sowie die katholischen Festtage des Kirchenjahres einen festen Platz. Wir binden uns ein in die Aktivitäten der katholischen Pfarrgemeinde Sankt Mariä Heimsuchung und ergänzen so unser Gesamt-Schulleben im Teilstandort durch die Feier kirchlicher Bräuche in der Pfarrgemeinde. Schulgottesdienste, tägliches Morgengebet, religiöse Gesprächskreise, gemeinsames Gestalten von Kirchenfesten in Anlehnung an das Kirchenjahr wie z.B. Fronleichnam, Marienandachten, besonderes Ausgestalten von Sequenzen der Fastenzeit, machen die religiöse Erziehung für unsere Kinder lebendig.

Schulgottesdienst

Schulgottesdienste finden regelmäßig in der Wallfahrtskirche statt. Viermal jährlich finden Gottesdienste im Rahmen der Ökumene mit der gesamten Schulgemeinschaft in der evangelischen bzw. katholischen Kirche statt. In den anderen Wochen handelt es sich um katholische Jahrgangsgottesdienste.

Als Schülerin/Schüler des katholischen Teilstandortes verpflichte ich mich:

  • zur Teilnahme an allen Schulgottesdiensten und Mitgestaltung im Sinne des katholischen Glaubens,
  • den Unterricht mit dem Kreuzzeichen und dem Sprechen des Morgengebets zu beginnen.

Als Lehrerin/Lehrer des katholischen Teilstandortes verpflichte ich mich:

  • zur Erziehung und Unterrichtung der Schüler im Sinne der katholischen Kirche,
  • die Grundsätze des katholischen Bekenntnisses in Unterricht und Erziehung zur Geltung kommen zu lassen.

Als Eltern des katholischen Teilstandortes verpflichten wir uns:

  • zur Vermittlung des katholischen Glaubens und vertraut machen mit dem Leben in und mit der katholischen Kirche,
  • unseren Beitrag zu einer Vernetzung zwischen Schule und Pfarrgemeinde, indem die Angebote der Pfarrgemeinde Sankt Mariä Heimsuchung in Anspruch genommen werden (Teilnahme am Sonntagsgottesdienst, kirchlichen Kindergruppen, katholischer Bücherei, Fronleichnamsprozessionen, Marienwallfahrten…) zu leisten.

 

6.        Unterricht

Offener Anfang

Der „Offene Anfang“ beschreibt die Zeit zwischen dem Ankommen der Kinder in der Schule und dem Unterrichtsbeginn um 07.45 Uhr. Den Kindern der Heier Grundschule wird mit dem „Offenen Anfang“ ein ruhiger Start in den Schulalltag ermöglicht, der nicht nur zeitlich gleitend, sondern auch entspannt und kindgerecht ist. Jedem Kind wird es ermöglicht, sich in seinem individuellen Tempo auf den Tag vorzubereiten. Darüber hinaus wird eine Zeit für vieles geschaffen, was sonst zu kurz kommt. Dazu gehört insbesondere der persönliche Kontakt und Austausch mit der Lehrkraft.

Organisatorisches
Um 7.30 Uhr wird das Schulgebäude aufgeschlossen. Ab diesem Zeitpunkt dürfen die Kinder in ihre Klassen gehen. Dort steht ihnen eine Auswahl an unterschiedlichen Lernmaterialien zur Verfügung. Die Teilnahme am „Offenen Anfang“ ist den Kindern unserer Schule freigestellt, d.h. es gibt eine zeitliche Spanne von einer Viertelstunde, in der jedes Kind zu unterschiedlicher Zeit in der Schule eintreffen kann. Spätestens zu Beginn der ersten Stunde um 7.45 Uhr muss jedes Kind im Klassenraum seiner Klasse sein.

Was machen Kinder im Offenen Anfang?   
Der Offene Anfang ist grundsätzlich keine zusätzliche Unterrichtszeit. Bis zum ersten Klingeln entscheiden die Kinder selbst, womit sie sich beschäftigen wollen. Es besteht die Möglichkeit zu malen, Gesellschaftsspiele zu spielen, sich zu verabreden, Gespräche miteinander zu führen, zu lesen, am Computer zu arbeiten, eigene Materialien zu ordnen oder zu beenden oder Dienste zu erledigen. Die Inhalte variieren klassenstufen- und tagesabhängig. Ein konkreter und detaillierter Aushang befindet sich in jeder Klasse.     
Zu den Inhalten gehören Übungen zum Schreiben, Lesen sowie zur Wahrnehmung und Motorik.

Was machen die Lehrer im Offenen Anfang?         
Die Lehrer und Lehrerinnen nutzen die Zeit des „Offenen Anfangs“, um Organisatorisches für den Tag zu erledigen, um mit den Kindern ins Gespräch zu kommen, um Konflikte zu lösen oder um sie zu beobachten. Auch besteht die Möglichkeit, sich einzelnen Kindern zuzuwenden und Schwierigkeiten zu beseitigen, Lerninhalte noch einmal aufzugreifen oder zu vertiefen.

Differenzierung und Individualisierung

Buchstaben- und Lernweg

In allen Klassen werden Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlichsten Lernvoraussetzungen unterrichtet; das bedeutet, dass Differenzierung und Individualisierung ein durchgehendes Unterrichtsprinzip ist und in einer Klasse an verschiedenen Inhalten gemäß dem individuellen Lernfortschritt gearbeitet wird.

Konkret bedeutet dies z.B. für das Fach Deutsch, dass in Klasse 1 der Schriftspracherwerb mit Hilfe des „Buchstabenweges“ im jeweils individuellen Lerntempo stattfindet (siehe auch Methodenkonzept). Ab Klasse 2 wird dieses Prinzip u.a. mit dem ähnlich aufgebauten, differenzierten Lernweg und dem Wochenplan fortgeführt.

Zieldifferenter Unterricht

In unserer inklusiven Grundschule werden auch Kinder beschult, die nicht nach den allgemeinen Richtlinien und Lehrplänen unterrichtet werden. Dazu gehören Kinder mit Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt Lernen und im Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung. Besonders diese Kinder benötigen aufgrund einer unterschiedlich ausgeprägten Wahrnehmungsverarbeitungsstörung eine besondere Strukturierung ihrer Aktivitäten und Aufgaben. Diesem Anspruch kommen wir u.a. nach, indem wir unsere Arbeit am sog. TEACCH- Konzept ausrichten:

TEACCH-Konzept

  • Spezialinteressen zum Ausgangspunkt der Förderung machen
  • Konkrete und eindeutige Sprache/Symbole benutzen
  • Verständnis durch visuelle Informationen unterstützen
  • Klare Strukturierung der Lernsituation
  • Einteilung zukünftiger Ereignisse (eigener Tagesplan zur Orientierung am Schulmorgen)

Arbeitsmaterial

Für die konkrete und selbstständige Arbeit haben sich zum Beispiel von uns konzipierte Mappen bewährt, in denen den Schülern im gleichen Aufgabenformat unterschiedliche Inhalte angeboten werden.

 

7.        Inklusion – Gemeinsames Lernen

Wir verstehen uns als eine Schule für alle Kinder, die in unserem Einzugsgebiet leben.

Personal

An unserer Schule unterrichten und fördern Grundschullehrerinnen, Grundschullehrer, Sonderpädagoginnen und eine Sozialpädagogin. Des Weiteren unterstützt eine Schulsozialarbeiterin das Schulteam, sie ist aber auch eine kompetente Ansprechpartnerin für Eltern.

Klassengrößen und Besetzung

Die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf werden zusammen in einer Klasse mit nach Möglichkeit nicht mehr als zwanzig Kindern unterrichtet. Sollte diese Richtzahl aufgrund der Jahrgangsgröße nicht einzuhalten sein, wird angestrebt, dass die sog. GL-Klassen im Vergleich zu den Parallelklassen über eine deutlich geringere Schüleranzahl verfügen. In der Schwerpunktklasse ist in etwa zehn Wochenstunden eine Doppelbesetzung mit einer Sonderpädagogin vorgesehen. In dieser Klasse sollen nicht mehr als zwei Kinder mit dem Förderbedarf emotionale und soziale Entwicklung beschult werden. Bei mehr als fünf Kindern mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Jahrgang bzw. bei mehr als zwei Kindern mit dem Förderschwerpunkt ES findet eine Einzelintegration in der Parallelklasse statt bzw. wird eine zweite Schwerpunktklasse gebildet. Die Stunden der Sonderpädagoginnen (etwa zehn Wochenstunden pro Jahrgang) sind dann entsprechend zu verteilen.

Team-teaching

Die Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf werden im team-teaching von Sonderpädagogin und Grundschullehrkraft im Klassenverband beschult. Eine äußere Differenzierung in Kleingruppen oder eine Einzelförderung findet nur in Ausnahmefällen statt. Beide Lehrkräfte fühlen sich für alle Schüler verantwortlich. Die Sonderpädagoginnen sind jeweils für zwei Jahrgänge zuständig (Klasse 1 und 3 bzw. Klasse 2 und 4)

Sozialpädagogische Förderung

Die Sozialpädagogin arbeitet eng im Team mit den Klassenlehrer/innen, den Sonderpädagoginnen und den Eltern zusammen. Diagnostik und das Erstellen von Förderplänen findet ebenfalls in gemeinsamer Absprache im Team statt.

Beratung, Diagnose, sonderpädagogische und individuelle Förderung

Verfahren bei Vorschulkindern

Durch Kooperation mit den Kindertagesstätten ist eine frühzeitige Diagnose vor der Einschulung möglich. Wird von einem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf ausgegangen, werden die Eltern entsprechend beraten und es wird ein AO-SF eingeleitet. Die Eltern haben die Wahlmöglichkeit zwischen einer Beschulung ihres Kindes in der Förderschule oder der Heier Grundschule als Regelschule.

Verfahren bei bereits eingeschulten Kindern

Wenn ein Kind im Laufe der Grundschulzeit Auffälligkeiten zeigt, die eine individuelle Förderung notwendig machen, erarbeitet die Klassenleitung in Zusammenarbeit mit der Sozialpädagogin einen Förderplan.

Wenn trotz dieser Fördermaßnahmen im Anschluss daran ein sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf vermutet wird, wird die zuständige Sonderpädagogin eingeschaltet und ggf. ein AO-SF eröffnet.

Falls sonderpädagogischer Unterstützungsbedarf festgestellt wird und das Kind nicht in der Schwerpunktklasse GL unterrichtet wird, muss eine individuelle Lösung gefunden werden, um sonderpädagogische Förderung zu ermöglichen.

 

8.        Leistungskonzept

Förderplanerstellung

Im Rahmen der individuellen Förderung erstellen die Lehrerinnen und Lehrer Förderpläne. Die beschriebenen Ziele und pädagogischen Maßnahmen orientieren sich an den Beobachtungen und diagnostischen Verfahren, die in der Schule durchgeführt wurden.

Zeugnisse sind Dokumente, die von der Zeugniskonferenz beschlossen werden.

Sie werden auf der Grundlage der Paragrafen §48 - §50 des Schulgesetzes erstellt, um die Leistungen einer Schülerin/eines Schülers aus schulischer Sicht zu bewerten. Die Leistungen eines Schülers/einer Schülerin werden von Klassenleitungen, Fachlehrerinnen bzw. –lehrern und ggfs. den Sonderpädagoginnen bewertet und benotet.

Leistungsbewertung

Ein Konzept zur Leistungsbewertung wird von der Lehrerkonferenz entwickelt, damit die Vergleichbarkeit sichergestellt ist.

Für die Bewertung werden berücksichtigt:

  • Ergebnisse von schriftlichen Überprüfungen
  • Beobachtungen während des Unterrichts
  • aktive Beteiligung der SuS am Unterricht
  • Mitarbeit bei Gruppenarbeiten
  • aktive Teilnahme an Projekten
  • vorbereitete Referate

Die Jahrgangsteams orientieren sich bei der Planung des Unterrichts und der Erstellung von schriftlichen Überprüfungen an den gemeinsam entwickelten Zeitleisten, in denen festgelegt wurde, wann im Jahresverlauf Lernzielkontrollen durchgeführt werden. Bei der Erstellung der Zeitleisten wurde sich konsequent an den zu erwartenden Kompetenzen der jeweiligen Jahrgangsstufen orientiert, die von den Richtlinien und Lehrplänen des Landes NRW vorgegeben sind.

zielgleiche Förderung

Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf und dem Förderschwerpunkt Sprache, emotional und soziale Entwicklung, Hören und Kommunikation sowie Sehen werden auf der Grundlage der Richtlinien und Lehrpläne der Grundschule zielgleich gefördert. Es wird der vorgesehene Nachteilsausgleich mit in die Leistungsbewertung einbezogen und beachtet.

zieldifferenter Förderung

Bei zieldifferenter Förderung (Lernen und geistige Entwicklung) orientiert sich die Leistungsbewertung nicht an den allgemeinen Grundschulrichtlinien, sondern an den Richtlinien des entsprechenden Förderschwerpunktes und an den individuellen Lernfortschritten der SuS.

 

9.        Methodenkonzept

methodische Kompetenz

Grundvoraussetzung eines ertragreichen und störungsfreien Unterrichts ist die methodische Kompetenz unserer Lehrkräfte. Nur in einem Unterricht, der von Methodenvielfalt geprägt ist, können unsere Schüler das Lernen lernen, um zunehmend selbstständig, selbstorganisiert und kooperationsbereit zu arbeiten. Methodenlernen ist kein Selbstzweck, sondern soll die Schüler befähigen, mit einer Auswahl von Arbeitstechniken, Fragestellungen und Probleme zunehmend selbstständig zu lösen. Wir unterscheiden hierbei folgende Bereiche:

  • Sachkompetenz: grundlegende Lern- und Arbeitstechniken (z.B. markieren)
  • Sozialkompetenz: alle Interaktionsformen (z.B. Gruppenarbeit)
  • Kommunikative Kompetenz (z.B. vortragen)
  • Selbstkompetenz / personale Kompetenz: Selbstvertrauen u. Eigeninitiative entwickeln (z.B. eigene Zeitplanung)

Lernstrategien

Ziel ist es, im Laufe der Grundschulzeit die Methodenkompetenz der Schüler zu steigern und das eigenverantwortliche Arbeiten und Lernen anzubahnen. Sie sollen Lernstrategien entwickeln und unterschiedliche Arbeitstechniken sachbezogen und situationsgerecht anwenden, um so einen größeren Lernerfolg zu erzielen. Der situationsangemessene Einsatz von verschiedenen Sozialformen und Methoden soll einen vielschichtigen und kompetenzfördernden Unterricht ermöglichen, der zudem handlungsorientiert und schülerzentriert gestaltet ist.

Elementare Arbeitstechniken

In unserem Methodenkonzept findet sich eine breite Basis von Methoden, aufbauend von der Eingangsstufe bis zum Jahrgang vier. Der Grad der Selbstständigkeit und Eigenverantwortlichkeit nimmt dabei immer mehr zu. Elementare Arbeitstechniken wie Markieren, Strukturieren usw. können nicht vorausgesetzt, sondern müssen mit den Schülern erst erarbeitet, eingeübt und regelmäßig wiederholt werden, um ein erfolgreiches Verarbeiten und Aufbereiten von Informationen zu ermöglichen.

In den verschiedenen Fächern wird dieser Zuwachs an Methodenkompetenz durch die Lernergebnisse (Präsentationen, Gestaltung von Plakaten, Durchführung von Experimenten, Führen von Mappen etc.) überprüft. Eigenverantwortliches Lernen setzt voraus, dass Arbeitsauftrag, Thematik, Umfang, Zeitrahmen, Sozialform und die Form der Ergebnissicherung für jeden einzelnen Schüler transparent sind. Erst wenn klar ist, was zu tun ist, können die Schüler in die selbstständige Arbeit entlassen werden. Ebenso muss bereits in der Grundschule durch kooperative Lernformen angebahnt werden, gemeinsam zum Ziel zu kommen. Auch im späteren Berufsleben kommt es immer mehr darauf an, sich als Mitglied eines Teams einzubringen.

Methodenvermittlung

Das Methodenkonzept liegt dem Unterricht in allen Fächern zugrunde und ist in den schuleigenen Arbeitsplänen verankert. Die Methodenvermittlung nimmt neben der Vermittlung fachlicher Kompetenzen einen hohen Stellenwert im Unterricht ein. Hierbei werden die Methoden eng an die unterrichtlichen Inhalte gekoppelt und können somit annähernd in jedes Unterrichtsfach eingebunden werden.

verbindliche Methoden

Die SuS sortieren und ordnen selbstständig ihre Arbeitsblätter in farblich festgelegte Mappen (Schnellhefter): Deutsch (rot), Mathe (blau), Sachunterricht (grün), Post (gelb), Religion (schwarz), Englisch (lila), Musik (weiß), Lernzielkontrollen (orange).

Bei den Hausaufgabeneinträgen werden einheitlich folgende Abkürzungen für die Lehrwerke benutzt: Zahlenbuch (MB), Arbeitsheft Zahlenbuch (M AH), Rechtschreiben (R), Delfinheft (Del), Zebra Autoheft (Au), Lesen (Symbol Brille), Arbeitsblatt (AB), Linienheft (Symbol Heft mit Linien), Rechenheft (Symbol Heft mit Karos).

Dies sind die an unserer Schule verbindlichen Methoden zur Sach- und Selbstkompetenz, die in jeder Klasse angewendet werden:

  • Der Schulvormittag wird mit Hilfe von Symbolkarten strukturiert und besprochen (z.B. im Morgenkreis oder Präsidentenrunde)
  • In jeder Klasse gibt es Klassendienste, die durch Symbole und Namenskärtchen im wöchentlichen Wechsel festgelegt werden.
  • Ab 7.30 Uhr werden den Schülern im offenen Anfang verschiedene Lernangebote zur Verfügung gestellt.
  • Die Schüler notieren selbstständig ihre Hausaufgaben in einheitlichen Hausaufgabenheften mit Hilfe der vorgegebenen Symbole für Hefte und Bücher.
  • In der ersten Klasse erarbeiten sich die Kinder individuell und selbstständig die Buchstaben am „Buchstabenweg“ mit folgendem Ablauf: nachspuren (Grundschrift-Kartei), mit Wachsmalstiften auf ein Blanko-Blatt schreiben, Tafelprüfung (Bewegungsrichtung), Buchstaben-Arbeitsheft, Linienheft.
  • Mit Hilfe der Methoden „Mind-map“ und „Placemat“ erlernen die Schüler ihr Vorwissen zu aktivieren und zu strukturieren.

Dies sind die an unserer Schule verbindlichen Methoden zur Sozial- und kommunikativen Kompetenz, die in jeder Klasse angewendet werden:

  • Bereits in der ersten Klasse wird der „Treffpunkt“ (Symbol im Klassenraum) eingeführt. Hier vergleichen die Kinder ihre Ergebnisse, stellen Fragen und bearbeiten weiterführende Aufgaben.
  • Die Kinder lernen Regeln, Rituale und Methoden der Gesprächsführung kennen (z.B. Gesprächsstein, Meldekette, Präsidentenrunde/Morgenkreis, Klassenrat).
  • Als Chef der Präsidentenrunde/Morgenkreis oder Vorsitzender des Klassenrates lernen die Schüler Gespräche zu leiten und zu strukturieren.

Weitere Methoden werden individuell unterschiedlich in den einzelnen Klassen eingeführt und angewendet. 

 

10.        Sozialpädagogische Aufgaben

Temporäre Lerngruppen in der Schuleingangsphase

Die Sozialpädagogin bietet für Schülerinnen und Schüler der Schuleingangsphase temporäre Lerngruppen (=äußere Differenzierung) zur Förderung der Wahrnehmung, Motorik, phonologischen Bewusstheit, des Emotional- und Sozialverhaltens und der Konzentration an, um gegebenenfalls Entwicklungsdefizite zu kompensieren. In Kooperation mit den KlassenlehrerInnen wird der Förderbedarf eines Schülers diagnostiziert, die Notwendigkeit einer temporären Teilnahme an einer Lerngruppe festgelegt und im Förderplan festgehalten.

Zur Qualitätssicherung wird zu einem vorher verabredeten Zeitpunkt diese Fördermaßnahme evaluiert. Hierbei sind die Zeitvorgaben abhängig vom Förderschwerpunkt: z. B. nimmt eine Gruppe von max. 6 Kindern zweimal wöchentlich 5 Wochen lang je eine Schulstunde an der TL „Phonologische Bewusstheit“ teil.

Die Gruppen werden (von der Sozialpädagogin und den Klassenlehrerinnen) auch klassenübergreifend zusammengesetzt.

Inklusive Förderung im Klassenverband (=innere Differenzierung) findet z.B. in den Bereichen Lernverhalten, Arbeitsverhalten, Handlungsplanung und Handlungssteuerung statt.

Die Sozialpädagogin arbeitet eng im Team mit den KlassenlehrerInnen und den Sonderpädagoginnen zusammen.

Diagnostik und das Erstellen von Förderplänen findet ebenfalls in gemeinsamer Absprache im Team statt.

Sozialpädagogische Arbeit in der gesamten Schule

Des Weiteren gehört zum Aufgabengebiet der Sozialpädagogin:

  • Durchführung und Begleitung unseres Konfliktpräventionsprogrammes: Erst-Hilfe-im-Streit in der Pause, Streitschlichtung, Intervention bei Mobbing nach dem NO-BLAME-APPROACH, Angebot einer Auszeitmöglichkeit mit Erarbeitung eines „Denkzettels“
  • enge Kooperation mit den Kindertagesstätten (wöchentliche Besuche zur Gestaltung des Übergangs in die Schule)
  • Ausbildung und Begleitung der Schulsanitäter und Streitschlichter
  • Durchführung und Begleitung der Pausenspielzeugausleihe
  • Beratung für Schülern und Eltern in Problemsituationen und Vermittlung von Kontakten zu Beratungs- und Therapieangeboten in Absprache mit den Klassenlehrern
  • Beratung von Kolleginnen bei Problemsituationen Eltern und Schüler betreffend
  • Begleitung von Eltern zu Institutionen, wie Jugendamt…
  • Unterstützung der Kollegen bei Elterngesprächen
  • Intensive Zusammenarbeit mit anderen Institutionen wie Jugendamt, Therapeuten…
  • Intervention bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
  • Organisation und Durchführung des Sprachtests DELFIN 4 für Kinder, die keine Kindertageseinrichtung besuchen
  • Organisation und Durchführung der Schulspielstunde für alle Kinder vor der Einschulung

 

11.        Schulsozialarbeit

Bildungs- und Teilhabepaket (BUT)

Die Schulsozialarbeit an der Heier Grundschule findet im Rahmen der Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes statt. Als Träger dieser Leistungen ist der Oberbergische Kreis für die Umsetzung zuständig. Dieser hat die Caritas mit der Durchführung der SSA an der Heier Grundschule beauftragt.

Ziele und Aufgaben:

  • frühzeitig passgenaue Hilfe für Schüler anbieten, die schulische oder soziale Probleme haben
  • frühes Handeln bei Kindeswohlgefährdung (Beratung und Intervention)
  • Unterstützung der Eltern bei der Inanspruchnahme von BUT-Mitteln durch Beratung und Antragstellung
  • Beratung von Eltern und Kindern in schwierigen Lebenslagen
  • Beratung und Unterstützung der Lehrkräfte
  • Vermittlung von Freizeitangeboten im Sozialraum
  • Unterstützung bei weiteren Bedarfen, die die Schule bzw. das Lehrpersonal formuliert

 

12.        Kooperation KiTa – Schule

Eine Kooperation zwischen den Kindertagesstätten und der Heier Grundschule in Marienheide ist fest installiert.

Ziel der Kooperation

Übergeordnetes Ziel ist es, den Übergang von der KITA in die Schule zu gestalten und um u.a. durch vorherige gegenseitige Besuche für die neuen Erstklässler schon vor Schulbeginn ein Vertrauensverhältnis zu schaffen. Weiterhin wird so eine erste Diagnostik zur Lernausgangslage ermöglicht, um bei Schuljahresbeginn gezielt fördern zu können und um evtl. vorher die Eltern bzgl. einer außerschulischen Förderung zu beraten. Dies geschieht in erster Linie durch intensiven Austausch mit den Erzieherinnen, aber auch durch individuelle Beobachtungen.

Schuljahresbeginn

Zu Schuljahresbeginn findet ein Planungstreffen von KITA und Schule statt (allgemeine Absprachen; Terminvereinbarungen; Planung Schulspielstunde).

nach den Anmeldungen

Die Sozial- und ggf. die Sonderpädagogin besuchen die zukünftigen Schulkinder regelmäßig in der KITA.

Ablauf:

  • Start mit allen Vorschulkindern zusammen (vorstellen, Bewegungslieder etc.; Beobachtung)
  • Beobachtung, Kennenlernen in den Gruppen; Austausch mit den jeweiligen Erzieherinnen
  • „Das bin ich“ Bild gestalten in 2-3 er Gruppen; dabei individuelle Beobachtung (bes. Sprache und Graphomotorik)
  • erster Besuch in der Schule, um die „Das-bin-ich-Bilder“ mit Fotos zu versehen
  • zweiter Besuch in der Schule (ab Mai): Schulgebäude kennen lernen (Rundgang) und Unterrichtsstunde (wenn möglich mit den neuen Klassenlehrern); Besuch der OGS

 

13.        Offene Ganztagsschule (OGS)

Schule gestaltet mit der OGS und der Betreuung von 8 – 13 gemeinsam einen Teil des Schulalltags. Wir planen einige Aktivitäten gemeinsam und tauschen uns regelmäßig über Besonderheiten, Verhalten und eventuelle Probleme der Schüler aus. Gemeinsam erreichen wir mehr.

Organisation und Inhalte

OGS und Schule organisieren vieles gemeinsam und sind inhaltlich immer im Gespräch. Dazu gehören unter anderem:

  • Gemeinsame Anwendung des Streitschlichtungsprogramms
  • Hausaufgabenbetreuung in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften
  • Terminabsprachen und gemeinsamer Kalender
  • Gemeinsame Raumnutzung
  • Austausch Schulleitung/OGS in regelmäßigen Abständen
  • Bedarfsgespräche mit Klassenleitungen
  • Teilnahme an Jahrgangs-Teamsitzungen bei Bedarf
  • Gegenseitige Information über die Inhalte des Schullebens
  • Gemeinsame Fortbildungen

Hausaufgabenkonzept der OGS

Die Hausaufgabenbetreuung an der OGS beruht auf einem festen, allen Seiten bekannten Konzept:

Ziel der Hausaufgaben:

  • Wiederholen des Gelernten
  • Überprüfung, ob Unterrichtsinhalt verstanden wurde
  • Vertiefen des Gelernten

Wie sollten Hausaufgaben erledigt werden?

  • Möglichst selbstständig
  • Sauber und ordentlich
  • Zügig
  • Möglichst innerhalb der vorgesehenen HA-Zeit

Grundlagen für die Erledigung der Hausaufgaben:

  • Material komplett: Mäppchen, Hefte, Bücher, Arbeitsblätter
  • HA notieren im HA-Heft
  • Aufmerksamkeit im Unterricht
  • Fünf Minuten Vorbereitung um Hefte und Schreibmaterialien bereitzulegen
  • Hausaufgaben in Gruppen
  • Rücksichtsvoller Umgang mit den Anderen
  • Nicht ablenken lassen und andere nicht ablenken
  • Bei fehlenden Materialien wie z.B. Stift, Spitzer, Radierer an die Betreuerin wenden
  • Keine Materialen aus der Klasse holen

Leistung der Betreuer:

  • Möglichst gleichbleibende Betreuer in 1 - 4
  • Bei Bedarf Erklärungen geben
  • Fehlendes Material zur Verfügung stellen
  • Kontrollieren der Fertigstellung
  • Ansprechpartner für Eltern und Lehrkräfte

Erwartungen an die Eltern:

  • Tägliche Kontrolle der Hausaufgaben
  • Schultasche gemeinsam mit dem Kind aufräumen, lose Blätter einheften
  • nicht Fertiggestelltes zu Hause beenden

Die Grundsätzliche Verantwortung für die Hausaufgeben und für die Einstellung zum Lernen liegt bei den Eltern!

 

14.        Betreuung 8 – 13

Verlässlichkeit als Ziel

Das Betreuungsangebot bietet den Eltern eine verlässliche Betreuung ihrer Kinder bis 12.55 Uhr (Ende der 6.Stunde).

In dieser Zeit haben die Kinder u. a. folgende Möglichkeiten:

  • miteinander spielen (z.B. Gesellschaftsspiele/Ballspiele auf dem Schulhof)
  • kreative Angebote nutzen
  • selbstständige Erledigung der Hausaufgaben
  • andere Kinder kennenlernen
  • Regelmäßige Angebote wie z.B. Müsli-Tag und Geburtstagsfeiern

Ziele:

  • soziale Kompetenz der Kinder fördern
  • den Kindern einen Lebensraum außerhalb des Schulalltags geben
  • Wohlbefinden der Kinder
  • Konfliktbewältigung/Streitschlichterprogramm

 

15.        Schülerparlament und Klassenrat

Demokratie

Ein Ziel unserer Pädagogik ist es, Kindern ihre Rechte mitzuteilen, ihnen Beteiligungsformen näher zu bringen und sie zu einem demokratisch selbstständig handelnden Mitglied unserer Gesellschaft zu erziehen. Der Klassenrat und das Schülerparlament gewährleisten das Mitspracherecht und die Mitverantwortung der Schülerinnen und Schüler an unserer Schule. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler demokratisch zu handeln. In der Gruppe werden Anliegen diskutiert und Probleme gelöst, sie lernen Mehrheitsmeinungen zu akzeptieren und Minderheiten zu achten. Hier erleben sie, wie Diskussions- und Entscheidungsprozesse funktionieren und erleben im geschützten Rahmen die Basis der Demokratiepädagogik in der Schule. Der Klassenrat findet regelmäßig (möglichst wöchentlich) im Klassenverband statt. Das Schülerparlament tagt mindestens einmal pro Halbjahr. Neben den Abordnungen aus den Klassen (Klassensprecher) nimmt ein gewähltes Mitglied des Lehrerkollegiums sowie die Schulsozialarbeiterin und die Sozialpädagogin daran teil.

 

16.        Konfliktprävention - Konfliktlösung

Wir alle brauchen Regeln

Der Schlüssel zu guten schulischen Leistungen ist ein angstfreies Klassen- und Schulklima, das von gegenseitiger Wertschätzung und Akzeptanz geprägt ist. Wenn ein Konfliktlösungsprogramm eingeführt wird, bedeutet dies noch nicht, dass Probleme schnell und dauerhaft verschwinden. Es benötigt Zeit, einen langen Atem und ein koordiniertes und vernetztes Vorgehen. Isolierte einzelne Maßnahmen in einer Klasse, ohne Gesamtkonzept und abgestimmtes Vorgehen in der gesamten Schule haben wenig Aussicht auf Erfolg.

Uns ist wichtig, aggressivem, regelverletzendem Verhalten frühzeitig und dauerhaft mit präventiven Maßnahmen zu begegnen. In unserer Schule setzen wir uns deshalb mit lösungsorientierten Maßnahmen dafür ein,

  • die soziale Wahrnehmung zu schärfen, Empathie zu zeigen und zu ermöglichen
  • klare Regeln für den gemeinsamen Umgang aufzustellen und deren Beachtung kontinuierlich im Blick zu haben
  • wertschätzende Kommunikation aufzubauen und zu fördern
  • individuelle Erfolgserlebnisse zu vermitteln und zurückzumelden
  • Konflikte konstruktiv und jederzeit vorbildhaft zu lösen
  • Zivilcourage vorzuleben und zu entwickeln

Grundrechte für Schüler und Lehrer

  • Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht auf einen guten Unterricht und die Pflicht, diesen störungsfrei zu ermöglichen.
  • Jede Lehrerin und jeder Lehrer hat das Recht auf einen störungsfreien Unterricht und die Pflicht, diesen gut zu gestalten.
  • Jeder muss die Rechte des anderen akzeptieren und seine Pflichten erfüllen.

Klassenregeln/Klassengesetze

Werden von jeder Kollegin, jedem Kollegen je nach Jahrgangsstufe in der eigenen Klasse, zusammen mit den Schülerinnen und Schülern erstellt.

Prävention

Ziel ist es, soziales Verhalten und Gruppenverhalten zu trainieren und zu stärken. In den ersten und zweiten Schuljahren wird ein Verhaltenstraining für Schulanfänger durchgeführt.         

Pausenregelungen

In den Pausen können alle Kinder Spielzeuge ausleihen. Die Ausleihe wird von den Schülerinnen und Schülern der dritten Schuljahre eigenständig organisiert und verantwortet. In jeder Hofpause sind vier Schülerinnen und Schüler dafür zuständig, die Spielgeräte gegen Ausleihkarten herauszugeben und am Pausenende darauf zu achten, dass alle Spielgeräte vollständig wieder zurückgegeben werden und diese an ihren Platz zurückzulegen. Mit der Pausenspielzeugausleihe sind Pausen konfliktfreier und die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler wird gestärkt.

Stille Pause

  • Ziel: Die stille Pause besuchen Kinder mit dem Bedürfnis nach Ruhe, Schutz und Geborgenheit
  • Wo: Im SPATZ-Zentrum und Forum
  • Wer: 1 Kind pro Klasse mit Einladungskarte
  • Was: Gesellschaftsspiele, malen, puzzeln, lesen… Bewegungsspiele sind im Forum möglich
  • Aufsicht durch die Kolleginnen und Kollegen

Erst-Hilfe-im-Streit

  • Ziel: Affektstreitigkeiten zwischen zwei Kindern auf dem Schulhof sollen sofort geklärt werden
  • Wo: Streitschlichterraum
  • Wann: In beiden großen Pausen
  • Wer: Die Streitschlichter der 4. Schuljahre
  • Die Streitschlichter halten sich auf dem oberen, mittleren und unteren Schulhof, in gut sichtbaren „Streitschlichterwesten“ auf
  • Jede 1. Hilfe wird mit dem Pausenende beendet und nicht in die Unterrichtszeit verlagert

Streitschlichtung

  • Streitigkeiten, die in der ersten Hilfe in der Pause nicht geklärt werden können und Streitigkeiten, die eine längere Geschichte oder ein größeres Ausmaß haben, sollen beendet werden
  • Die Aufgabe der Streitschlichter ist es, den Streitenden zu helfen, selber eine Lösung zu finden
  • Wer: 1 Streitschlichter (Ein Erwachsener hält sich im Raum auf und kann, falls erforderlich, helfend eingreifen)
  • Wo: Im Streitschlichterbüro
  • Der Einsatzplan der Streitschlichter hängt an der Tür des Streitschlichterbüros, dort können sich hilfesuchende Kinder eintragen
  • Ausgebildet werden 8 Schüler und Schülerinnen der 3. Schuljahre, im zweiten Schulhalbjahr

Die Ausbildung findet mit zwei Wochenstunden innerhalb einer 12-14 wöchigen AG, mit Einverständnis der Eltern, statt. Sie endet mit einer Prüfung.

Streitlösungsbögen/Denkzettel

Wir möchten den Kindern den richtigen Umgang miteinander vermitteln. Dazu gehört auch, dass die Kinder lernen, nach Konfliktsituationen darüber nachzudenken, wie es überhaupt dazu kommen konnte und was die Beteiligten in Zukunft besser machen können, bzw. wie sie entstandenen Schaden wieder gut machen können. Uns ist es wichtig, Konflikte, die in der Schule stattfinden, auch hier zu klären und zu beenden.

Wir wollen diesen Denkprozess mit unseren Streitlösungsbögen (für Klasse1/2, für Klasse 3/4 und für Regelverstöße) unterstützen. Diese Bögen sollen den Kindern helfen, die Konfliktsituation genau zu beleuchten und (möglichst selbstständig) eine Lösung zu finden. Sie werden dabei von uns begleitet und finden eigenständig Wiedergutmachungsmaßnahmen für das Problem. Der Streitlösungsbogen ist wie ein Vertrag, den das Kind mit den Eltern und der Schule schließt. Es ist ein Versprechen, sich besser an die besprochenen Abmachungen und Regeln zu halten. Die Eltern sollen den beschriebenen Vorfall noch einmal mit Ihrem Kind besprechen (ohne zu schimpfen oder zu bestrafen). Das Kind bringt den Bogen von den Eltern unterschrieben wieder mit in die Schule. Es findet ein „Abschlussgespräch“ statt und damit ist der Vorfall für alle Beteiligten beendet.

Auszeit

Die Grundrechte und Klassenregeln sollen lernbereite Schülerinnen und Schüler schützen und ruhigen, ungestörten Unterricht ermöglichen. Sie sollen störenden Schülerinnen und Schülern gezielt Hilfe anbieten ihr Sozialverhalten zu verbessern und Eigenverantwortung ermöglichen, indem sie die Möglichkeit bekommen, den Unterricht zu verlassen und die Situation mit der Sozialarbeiterin, bzw. der Sozialpädagogin aufzuarbeiten.

Ziele der Auszeit

Lehrer/innen reagieren auf Störungen im Unterricht mit angemessenem, respektvollem Verhalten und der Gewährung von Entscheidungsfreiheit. Die Auszeit bietet den Schülerinnen und Schülern Anleitung zur Reflexion des Verhaltens und Hilfe bei der Erstellung alternativer Handlungspläne. Die Schülerinnen und Schüler sind für ihr eigenes Tun verantwortlich. Die Auszeit soll helfen, Verständnis und Einsicht zu erwerben, verantwortungsvolles Denken und Handeln zu fördern, sie dient dem Schutz der Mehrheit (Klasse), damit sie vom Unterricht optimal profitieren kann.

Das „No Blame Approach“ Programm

Mobbing ist eine besondere Konflikt- und Gewaltproblematik, deren Auflösung sowohl im Bereich der Arbeitswelt wie auch im Alltag von Schule eine große Herausforderung darstellt. Mobbing ist ein aggressives Verhalten von Mitschülern, welches eine Schülerin/einen Schüler absichtlich körperlich oder psychisch schädigt. Wenn es immer wieder passiert und über einen längeren Zeitraum gezielt die gleiche Schülerin/den gleichen Schüler trifft, bezeichnet man dieses Vorgehen als Mobbing.

Kein Mobbing

Mobbingopfer kann jeder werden! Der NO-BLAME-APPROACH (niemand wird beschuldigt) ist eine klar strukturierte, lösungsorientierte Vorgehensweise und hat zum Ziel, Mobbing nachhaltig zu stoppen.

Die Problembetrachtung im Rahmen des NO-BLAME-APPROACH ist ausschließlich darauf gerichtet, wie die schwierige Situation behoben werden kann. Wie das bestehende Problem im Detail aussieht, wie es entstanden ist oder wer die Schuldigen sind, ist in diesem Zusammenhang nicht von Bedeutung.

Die besondere Faszination und gleichzeitig große Herausforderung dieses Ansatzes liegen darin begründet, dass - trotz der schwerwiegenden Problematik–auf Schuldzuweisungen und Bestrafungen verzichtet wird. Vielmehr vertraut der Ansatz auf die Ressourcen und Fähigkeiten von Kindern, wirksame Lösungen herbeizuführen.

Schutz statt Schuldzuweisung

Der NO-BLAME-APPROACH gibt uns ein einfaches Instrument an die Hand, bei Mobbing zum Wohl und Schutz der Mobbing-Betroffenen zu handeln. Die konsequente Lösungsorientierung erleichtert im Rahmen der pädagogischen Arbeit die Behebung des Mobbing-Problems ohne langwierige Prozesse der Ursachenanalyse, Schuldzuweisungen und Sanktionierungen.

 

Juni 2016